10 Irrtümer über Stress

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Mythos versus Realität
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Stress ist keine Erfindung der heutigen Zeit, sondern gibt es schon seit Menschen gedenken. Bereits in der Urzeit schützte Stress uns vor Gefahrensituationen, indem er unserem Körper signalisierte, dass er entweder fliehen oder sich dem Kampf stellen muss. Stress ist selbst heute noch in bestimmten Bereichen unseres Lebens wichtig. Aber hat er eigentlich immer negative Auswirkungen und welche Stress-Mythen gibt es wirklich? Im folgenden Artikel bekommst du einen Einblick in die 10 Irrtümer über Stress und wie es eigentlich in Wirklichkeit ist.

Stress-Irrtum #1: „Wer weniger arbeitet, hat auch weniger Stress“

Immer wieder wird gemunkelt, dass Menschen, die weniger arbeiten auch weniger Stress haben. Diese Aussage ist jedoch nur teilweise korrekt: Es ist nicht unbedingt die Arbeit selbst, die viele Menschen zu schaffen macht, sondern die Sorgen und Ängste, die mit dieser Arbeit verbunden sind. Ein gewisses Maß an Angst oder Sorge mag in jedem Beruf der Fall sein – dies kann beispielsweise ein neues Projekt oder ähnliches sein: Wenn du jedoch glaubst, dass du die gestellte Aufgaben nicht bewältigen kannst, wird sich dies sehr negativ auf deine Gesundheit und deinen Körper auswirken.

Laut Statistiken können auch arbeitssuchende und pensionierte Menschen Stress erleben, der sich in den meisten Fällen in Form von Existenzängsten oder mangelnder finanzieller Absicherung äußert. Auch Hausfrauen können stark von Stress betroffen sein. Wer daher glaubt, dass weniger Arbeit mit weniger Stress verbunden ist, irrt sich. Nicht umsonst zählt diese Aussage zu den 10 Irrtümern über Stress.

Stress-Irrtum #2: „Stress führt zu Gewichtsverlust“

Der zweite von 10 Irrtümern über Stress lautet Gewichtsverlust. Viele Menschen behaupten, dass Stress schlank macht. Jedoch ist genau das Gegenteil der Fall: Das Hormon Kortisol führt zu einer Veränderung des Stoffwechsels, was wiederum dazu führt, dass unser Körper Fett einlagert. Zwar mag es auf den ersten Blick so wirken, dass wir abnehmen, aber gesund ist es nicht.

Stress kann auch dazu führen, dass Menschen mehr essen. Durch das ständige Frustessen kommt es daher oft auch zu einer Gewichtszunahme. Gefährlich wird es, wenn du neben deiner Arbeit isst, weil du glaubst, dass du keine Zeit für eine Mittagspause hast. Aber besonders während Stressphasen ist es wichtig, dass du versucht so normal wie möglich zu essen – und nicht nur nebenbei. Ansonsten kann dies schnell dazu führen, dass du dein Sättigungsgefühl viel weniger wahrnimmst.

Stress-Irrtum #3: „Entspannung hilft bei Stress“

Entspannung mag zwar eine gute Idee sein, wenn du dich aber nicht auf sie einlassen kannst, weil dein Körper unter Strom steht, hilft es dir auch nicht wirklich weiter. Daher zählt auch diese Behauptung zu den 10 Irrtümern über Stress. Der Körper benötigt Zeit, um diese Stresshormone wieder abzubauen und dies funktioniert nicht nur in wenigen Minuten.

Wer daher selbst im „Entspannungsmodus“ noch von wirren Gedanken und Stress heimgesucht wird, kann es mit Sport versuchen. Natürlich muss es nicht sofort ein Hochleistungssport sein, es kann bereits helfen, eine Runde Spazieren oder Joggen zu gehen. Die frische Luft bringt dich auf andere Gedanken und die körperliche Betätigung hilft dir dabei, diese Stresshormone langsam abzubauen. Auch progressive Muskelentspannung kann dir dabei helfen, zu Ruhe zu kommen.

Stress-Irrtum #4: „Stress ist normal in der heutigen Zeit“

Laut moderner Stressforschung ist besonders die ständige Erreichbarkeit in unserer heutigen Zeit fatal. Jedoch ist Stress kein Phänomen, das sich plötzlich von heute auf morgen gebildet hat, sondern ein natürlicher Instinkt. Obwohl es heutzutage nichts mehr gibt, wovor wir uns schützen müssen – der Stress-Mechanismus wirkt nach wie vor.

Dies ist auch der Grund, warum wir besonders nach schwerer Arbeit immer wieder Pausen suchen oder den Lärm vermeiden wollen. Dieser Schutz-Mechanismus suggeriert uns, dass wir Ruhe brauchen und der ständige Lärm nicht gut für unser Wohlbefinden ist.

Jedoch löst nicht nur schwere Arbeit Stresshormone aus, sondern auch große psychische Belastung. Existenzängste, Ängste vor dem Versagen oder Zukunftsängste sind nur ein paar von vielen geistigen Problemen, die auf Dauer Stresshormone freisetzen. Diese Aussage ist daher ebenfalls eine von 10 Irrtümern über Stress.

Stress-Irrtum #5: „Nur mittels Stress zum Erfolg“

„Ohne Fleiß kein Preis“, „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ oder „Von nichts kommt nichts“: Wer kennt sie nicht, diese Sprichwörter? Alle haben eines gemeinsam: sie sagen uns, dass niemand ohne Stress erfolgreich sein kann. Ein erfolgreiches Leben ohne Stress scheint es daher gar nicht zu geben.

Mit Stress zum Erfolg
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Leider wird es in der heutigen Leistungs-Gesellschaft nicht gerne gesehen, dass Menschen Zeit für Entspannung wählen. Und wenn du dich doch einmal entspannst, dann nur um noch leistungsstärker zu werden – man darf großes von ihm oder ihr erwarten, heißt es da nicht selten. Dieses Verhalten ist jedoch auf Dauer alles andere als gesund und nicht selten fallen erfolgreiche Menschen dadurch einem Burnout zum Opfer.

Wer sich daher langfristig gesehen mit Erfolg rühmen möchte, braucht neben einem gesunden Körper auch ein intaktes seelisches Wohlbefinden.

Stress-Irrtum #6: „Leistungsstark ist nur jener, der auch Stress hat“

Der sechste von 10 Irrtümern über Stress ähnelt dem vorherigen. Zwar ist es in der Tat so, dass Stress für eine kurze Zeit mobilisiert – wir sind wacher und können auch mehr tun. Wenn dieser Zustand jedoch länger anhält als nötig, passiert genau das Gegenteil: Eine Regenerationsphase wird eingeleitet, in der sich unser Körper erholen möchte.

In anderen Worten heißt das: Wenn du zulange einem permanenten Stresspegel ausgesetzt bist, fühlst du dich ausgebrannt, müde und kaum leistungsstark. Neben dieser psychischen Belastung wirst du zudem auch noch anfälliger für Unfälle. Auch das Risiko für Krankheiten steigt für Menschen, die ständig unter Stress stehen. Wer bereits mit solchen Anzeichen zu kämpfen hat, sollte vielleicht einen Gang zurückschalten und sich über die Konsequenzen dieses permanenten Stresses bewusst werden.

Stress-Irrtum #7: „Kinder empfinden keinen Stress“

Laut Studien ist rund jedes sechste Kind einem bestimmten Stresspegel ausgesetzt. Dies kann aufgrund von Überforderung der Eltern oder fehlendem Freiraum sein. Viele Eltern haben sehr hohe Erwartungen an ihr Kind, was sich wiederum in Stress äußert, wenn das Kind den Aufgaben der Mutter oder des Vaters nicht gerecht wird. Von den 10 Irrtümern über Stress zählt diese Aussage zu einer sehr häufigen.

Natürlich wollen Eltern in den meisten Fällen nur das Beste für ihr Kind – manche davon übertreiben es jedoch maßlos. „Weniger ist manchmal mehr“ sollte hierbei die Devise lauten. Stehen Eltern bereits selbst unter enormen Druck, wird sich dies natürlich auch auf das Kind übertragen, ob bewusst oder unbewusst. Kinder wollen den Eltern gefallen und dass sie mit ihm zufrieden sind – ist dies nicht der Fall, entwickelt sich daraus Stress.

Stress-Irrtum #8: „Wer falsch denkt, empfindet schneller Stress“

Diese Aussage zählt ebenfalls zu den 10 Irrtümern über Stress. Natürlich kann positives Denken eine Verbesserung herbeiführen, jedoch verschwindet Stress dadurch nicht. Wichtig ist hierbei, dass du die Stresssymptome auch wirklich zu Herzen nimmst und sie nicht einfach überdenkst. Sobald du herausgefunden hast, was einen solchen Stress in dir auslöst, kannst du damit anfangen, das Problem zu beseitigen.

Positiv Denken
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Stress-Irrtum #9: „Stress wirkt sich auf Männer und Frauen gleichermaßen aus“

Körperlich gesehen reagieren Menschen auf Stress mit erhöhtem Puls, Anspannung und Unruhe. Einzig und alleine die Situation in der diese Symptome auftreten, ist unterschiedlich. Was für einen puren Stress auslöst, trifft den anderen wiederum kaum.

Auch das Geschlecht kann in der Auswirkung von Stress eine Rolle spielen. Während Frauen anfälliger für psychische Krankheiten sind, werden Männer eher von Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herz-Kreislauf-Beschwerden heimgesucht.

Darüber hinaus äußern Männer Stress oft anders als Frauen. Letztere reden meist offen über Stresssituationen und die verbundenen Ängste, Männer hingegen schweigen darüber. Daher zählt auch diese Aussage zu den 10 Irrtümern über Stress.

Stress-Irrtum #10: „Stress ist eigentlich gar nicht so schlimm“

Die Behauptung, dass Stress nicht schlimm sei, zählt ebenfalls zu den 10 Irrtümern über Stress. Jedoch werden viele Folgeerkrankungen, die mit Stress verbunden sind, gerne untertrieben, wenn nicht sogar geleugnet.

Menschen in leistungsstarken Berufen unterschätzen die Folgen von permanentem Stress gerne. Erst wenn es bereits zu spät ist und die Erschöpfung einen quält, müssen diese Menschen eine Pause einlegen – ob sie wollen oder nicht.

Fazit

Diese 10 Irrtümer über Stress zeigen auf, wie sehr das Trugbild von Stress sowie dessen Folgen eigentlich aufrechterhalten werden. Falls du daher unter Stress leidest, solltest du das nicht einfach so hinnehmen, sondern etwas dagegen tun. Höre auf deinen Körper und nimm dir eine Auszeit, falls nötig. Denn Stress kann dauerhaft negative Folgen mit sich bringen, nicht nur für deinen Körper, sondern auch für dein seelisches Wohlbefinden.

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