Der Vagusnerv – perfekt gegen deinen Stress

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Vagusnerv Medizinische Sicht
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Das Leben wird immer schneller. Da ist es kein Wunder, dass die Gesundheit ab und zu aus dem Gleichgewicht gerät. Der Vagusnerv spielt eine wichtige Aufgabe im vegetativen Nervensystem und hat somit großen Einfluss auf unsere Gesundheit. Er sorgt für innere Ausgeglichenheit und Harmonie. Ist er stark ausgeprägt, fühlen wir uns gut und sind gesund. Ist er schwach, ist davon das Wohlbefinden betroffen. Durch die richtige Stimulation des Vagus wird Gelassenheit und neue Energie aktiviert.

Das Universum bewusst wahrnehmen

Die Welt mit allen Sinnen bewusst wahrzunehmen und dabei in sich zu ruhen ist eine hohe Kunst. In der Hektik unserer schnellen Welt kommt dies meistens viel zu kurz. Schnell sind wir gestresst und können nicht richtig abschalten. Schon beim Frühstück stellen wir fest, dass der komplette Tag durchgeplant ist. Wir rennen von Termin zu Termin. Am Abend denken wir über den vergangenen oder bereits den nächsten Tag nach. Die innere Balance und Harmonie wieder herzustellen und die Signale des eigenen Körpers zu kennen und darauf zu achten ist sehr wichtig. Genau dabei kann uns der Vagusnerv sehr behilflich sein.

Die Kraft des Vagusnervs

Beim Nervus Vagus handelt es sich um den zehnten Hirn-Nerv. Vagus stammt aus dem lateinischen und hat die Bedeutung „umherschweifend.“ Er breitet sich wie ein Fächer im gesamten Organismus aus, und hat einen besonderen Einfluss auf Magen-Darm, Lunge, Herz und das Nervensystem. Durch die Stimulation des Vagus können sogar Depressionen und Angstzustände behandelt werden. Er gibt uns Gelassenheit, Kraft und frische Energie. Irrtümlicherweise wurde angenommen, dass das Wirken des Vagus nicht beeinflusst werden kann. Neue Forschungen haben jedoch das Gegenteil bewiesen. Durch Meditation oder andere Übungen kann der Vagusnerv gezielt und langfristig aktiviert werden und so für mehr Ausgeglichenheit sorgen.

Vagusnerv Struktur
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Beschwerden durch Störungen des Vagus

Um die Beschwerden und Symptome die durch Störungen des Vagus hervorgerufen werden zu verstehen, muss man wissen wo der Nerv im Körper ansässig ist. Der Nerv verläuft ausgehend vom Gehirn entlang des Halses zur Brusthöhle bis hin zum Bauch. Durch die zentrale Lage ist er an der Regulation der Aktivitäten fast aller wichtigen Organe beteiligt. Durch seine vegetativen Funktionen leitet er Berührungs- und Geschmacksempfindungen des Kehlkopfes, Rachen und äußeren Gehörganges weiter. An der motorischen Steuerung der oberen Speiseröhre, von Rachen und Kehlkopf ist er ebenfalls beteiligt. Der Vagus wird auch als Ruhe-Nerv bezeichnet, da er regulierend auf die Herztätigkeit und die Atmung einwirkt. Des Weiteren regt er die Verdauung an. Zusammengefasst übernimmt er folgende Funktionen:

• Stimulation der Magensäure
• Kontroller der Peristaltik (Darmbewegungen in der Verdauungsphase)
• Regulation der Stimmung
• Herzrhythmus
• Regulation des Hungergefühls
• Stimulierung Gallenblase/ Galle
• Schweißregulation

Aufgrund der Beteiligung des Vagusnerv an so wichtigen und umfangreichen Funktionen im Organismus kann es auch zu Beschwerden kommen, wenn er nicht richtig funktioniert. Dabei handelt es sich dann um eine Fehlfunktion des vegetativen Nervensystems (vegetative Dystonie), die evtl. durch eine Atlasfehlstellung verursacht sein kann. Folgende Beschwerden bzw. Symptome können auftreten:

• Kopf- und Nackenschmerzen
• Schwindel und Übelkeit
• Durchfall oder Verstopfung
• Schlafstörungen
• Krämpfe
• Vermehrtes Schwitzen
• Herz-Kreislaufbeschwerden
• Erniedrigter oder erhöhter Puls
• Zitternde Hände
• Nackensteifheit
• Schilddrüsenprobleme
• Kloßgefühl im Hals
• Kribbeln auf der Kopfhaut oder einseitiges Taubhaitsgefühl
• Vasovagale Synkope (plötzliche unerklärliche Ohnmacht)
• Epilepsie- und Vagusnerv-Anfälle
• Negative Beeinflussung von Bauchspeicheldrüse und Galle

Rhythmus und Gleichgewicht finden

Stress lässt sich natürlich nicht komplett vermeiden. Wenn uns etwas sehr wichtig ist, kann uns dies nerven. Dadurch kommt Stress auf. Ein Leben ganz ohne Stress ist nicht denkbar, denn dann würde uns der Antrieb fehlen. Es kommt auf das richtige Verhältnis an. Überwiegen Anspannung und Stress, müssen Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Dann ist ein Gang herunterschalten angesagt, damit wieder das eigene Gleichgewicht und der eigene Rhythmus hergestellt wird. Dies gelingt durch die Aufnahme einer Verbindung zum Vagus.

Balance finden
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Im hier und heute zu leben

Wichtig ist es, im hier und heute zu leben und Erfüllung zu finden. Die Erfüllung liegt nicht wie oftmals fälschlicherweise angenommen in der Zukunft, sondern im hier und jetzt. In den Alltag sollten man daher bewusst kleine Ruhepausen einbauen, einfach mal durchatmen und so neue Energie freisetzen. Nimmt der Vagus diesen Frieden und diese Stille wahr, gibt er das Signal an den gesamten Organismus weiter und der Stresslevel nimmt ab. Dieser Energiefluss durch den Körper ist spürbar.

Auf Signale des eigenen Körpers hören

Mit der Zeit werden kleine Probleme immer größer, wenn der Mensch nicht aktiv loslassen kann. Dadurch wird früher oder später der Zugang zum Vagus blockiert. Auf die Signale des eigenen Körpers sollte frühzeitig gehört werden. Kleine Tricks können dabei helfen, seine Sorgen und Probleme endgültig loszuwerden. Schreibe einfach einmal deine ganzen kleinen Ängste und Sorgen auf einen Zettel, geh raus in die Natur an einen schönen Ort, zerreiße den Zettel in tausend Schnipsel und lass deine Probleme einfach vom Wind wegwehen. Danach wirst fühlst Du dich sofort befreit und motiviert und stärkst zusätzlich dein Selbstvertrauen.

Sei gesellig und zärtlich

Eine weitere Möglichkeit, um neue Energien freizusetzen sind gesellige Runden mit Freunden. Die Italiener behaupten: Ein geselliger Abend mit seinen Freunden schenkt dem Menschen ein Jahr Lebenszeit. Einfach mal ganz in Ruhe mit seinen Freunden reden, ausgelassen und albern sein. Das setzt neue Energie frei und stimuliert den Vagus. Dafür solltet Ihr Euch regelmäßig Zeit nehmen. Ebenso eine wichtige Rolle nimmt die Liebe zu Dir selbst und zu deinem Partner ein. Küsse, Nähe und Streicheleinheiten sind eine schöne Art Weise seinem Partner die Liebe zu beweisen und gleichzeitig den Vagus zu aktivieren. Durch Liebe und Gefühle in einer intakten Beziehung wird der Stress automatisch gesenkt. Beim Austausch von Zärtlichkeiten wird alles um uns herum ausgeblendet, und der eignen Körper bewusst und intensiv wahrgenommen. Der komplette Organismus gerät in Einklang. Dieser einfachste Weg, den Vagus zu stimulieren kommt in unserm hektischen Alltag leider meistens viel zu kurz.

Schwachstelle des Vagus

Der Vagusnerv verläuft hauptsächlich an Weichteilorganen entlang und ist dadurch gut geschützt. Allerdings gibt es eine Schwachstelle, an der der Nerv eingeklemmt werden kann. Die passiert sogar sehr häufig. An der Stelle wo der Vagus aus der Schädelbasis austritt, verläuft er entlang am ersten Halswirbel zusammen mit der großen Halsvene und der Halsschlagader. Wird der Hals verrenkt oder überdehnt oder leidet der Patient unter einer chronischen Fehlstellung des Wirbels, kann die wichtige Leitungsbahn blockiert werden.

Übungen zur Stimulation des Vagusnervs

Atemübungen

Atemübungen eigenen sich perfekt zur Stimulation des Vagusnerv. Hierzu nimmst Du einfach eine bequeme Sitzhaltung ein. Langsam einatmen und noch langsamer und bewusster ausatmen. Am besten gelingt dies, wenn Du beim ausatmen ganz leicht singst, summst oder brummst. Danach gerät der Kehlkopf in Vibrationen und der Vagus wird aktiviert. Du fühlst, wie Du automatisch ruhiger wirst und die Anspannung von dir abfällt.

Atemübung zur Stimulation des Vagus
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Mantra

Eine weitere Möglichkeit ist ein Mantra. Dabei wird sich beim Atmen einfach auf einen positiven Satz, ein Bild oder eine Liedzeile konzentriert. Trage Dir dein selbst gewähltes Mantra gedanklich immer wieder vor und lasse von allen negativen Gedanken ab. Nimm die positiven Empfindungen bewusst wahr und spüre das Glücksgefühl, dass in Deinem Herzen ausgelöst wird. Speicher es ab und rufe es in schwierigen Situationen immer wieder ab.

Augen

Auch die Augen können zur Stimulation des Vagusnerv genutzt werden. Schließe Deine Augen und fixiere die Augenlider von hinten. Im ersten Moment scheint alles schwarz zu sein, aber bereits nach einer kurzen Zeit kommen Farben zum Vorschein. Zuerst sanfte Gelbtöne, eventuell etwas Grün, Blau oder Rot. Zusätzlich fliegen schwarze Punkte durch das Bild. Konzentriere Dich genau auf die Farben, spüre die tiefe Entspannung und aktiviere dadurch den Vagus.

Neben den genannten Übungen und Techniken kann der Vagusnerv durch folgendes stimuliert werden:

• Singen
• Lachen
• Yoga
• Meditaion
• Intervallfasten
• Schlafen
• Massagen

Fazit

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten den Vagus zu stimulieren. Besonders wichtig ist es, die eigenen Stresssignale des Körpers zu erkennen und möglichst frühzeitig darauf zu reagieren. Bereits ganz einfache Übungen können dazu führen, dass innere Gleichgewicht wieder zu erlangen. Achtsamkeit spielt eine sehr große Rolle in unserem Leben. Es geht darum, alles bewusst im hier und jetzt wahrzunehmen. Unser Glück liegt nicht wie vermutet in der Zukunft. Es ist viel wichtiger gerade in diesem Moment mit sich selbst im Einklang zu sein. Menschen denen dies gelingt, werden auf Dauer glücklicher und ausgeglichener sein.

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