Freitag, Mai 24, 2019
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Warum Stress krank macht

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gestresste Frau
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Immer häufiger kann Stress krank machen. Im digitalen Zeitalter wird der Begriff Stress immer öfter genutzt. Weit verbreitet wird insbesondere über beruflichen Stress geklagt, dabei bildest Du bestimmt keine Ausnahme. Dauerhafter Stress kann krank machen und führt vielfach zu Arbeitsausfällen mit einem erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden. Außerdem wird das Wohlbefinden vieler Betroffener dadurch nachhaltig gestört. Als Auslöser für die körperlichen und seelischen Beschwerden kommen zahlreiche Ursachen in Betracht. Grund genug, einmal näher zu hinterfragen, welche Stressauswirkungen krank machen.

Stress ist eine körperliche Reaktion auf eine erhöhte Anforderung. Dadurch soll kurzfristig die Leistungsfähigkeit des Organismus mithilfe der Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin erhöht werden. Dadurch werden die Muskeln aktiviert und bei beschleunigtem Herzschlag steigt der Blutdruck.

Diese positive, zeitlich begrenzte Stressform wird jedoch im Regelfall nicht krank machen. Bei andauerndem Stress wächst dagegen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Diese wichtige Grenzziehung zwischen positivem und negativem, krank machendem Stress kann aufgrund der persönlichen Verfassung sowie durch das individuelle Empfinden einer Belastung unterschiedlich verlaufen. Wenn Du beispielsweise eine Fahrt mit einer Achterbahn als gefährlich ansiehst und ablehnst, würde eine Fahrt damit trotz dieser Bedenken wahrscheinlich negativen Stress bei Dir auslösen. Erfüllt eine solche Fahrt jedoch den von Dir gewünschten Nervenkitzel und Du bist dies gewohnt, kann sich die Anspannung stimulierend und positiv darstellen. Möglicherweise bilden sich dabei sogar Glückshormone. Es spielt eine Rolle, wie sicher Du dich dabei fühlst und dass Du ohne Vorbehalte die Fahrt antrittst.

Gesundheitsverträglich und leistungsfördernd ist ein ausgewogener Wechsel von stressbedingter Anspannung und Entspannung. Es wird Dir bekannt vorkommen: Zielführende Schlagwörter zur Vermeidung von Stress sowie zum Umgang damit sind derzeit Work-Life-Balance, Stressbewältigungstraining oder höhere Achtsamkeit.

Stressauslösende Faktoren

Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dauert es nicht mehr lange, dass Burn-out die Nr. 1 bei den berufsbedingten Erkrankungen darstellt. Damit werden Rückenleiden auf den zweiten Platz verdrängt. Hinter dem Begriff Burn-out verbergen sich überwiegend stressbedingte Überlastungen. Dazu zählen Arbeitsüberlastungen, Zeitdruck, Ärger mit Vorgesetzten und Arbeitskollegen (Stichwort Mobbing) und vieles andere mehr. Entscheidend ist dabei der lange Leidenszeitraum.

Eine längere Konfliktsituation in einer Partnerschaft oder der Kindererziehung kann sich ebenso als negativer Stress darstellen. Stress kann außerdem krank machen, wenn über lange Zeit Sorge um den Arbeitsplatz sowie durch einen Arbeitsplatzverlust besteht. Zu einer erheblichen Belastung können auch andauernde Geldsorgen sowie der plötzliche Verlust oder die schwere Erkrankung eines nahestehenden Menschen führen. Stress kann auch durch ständige Erreichbarkeit und eigenverursachten Termindruck krank machen.

Stressoren
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Wie Du sicherlich weißt, verfügen alle Handys und Computer über eine Abschaltmöglichkeit, die zu selten genutzt wird. Du kannst regelmäßig überflüssigen Stress verspüren, wenn Du morgens eine viertel Stunde zu spät aufstehst und die Zeit jeweils durch Rekordraserei mit Deinem Pkw aufholen möchtest. Vom erhöhten Unfallrisiko ganz zu schweigen. Eine falsche Tagesplanung und Ernährung können auf Dauer ebenfalls krank machen. Wer sich Besuch einlädt, sollte mit den dazu notwendigen Vorbereitungen nicht hektisch kurz vor dem Eintreffen der Gäste beginnen. Zu wenig Zeit zum Essen und späte, üppige Abendessen bedeuten ebenfalls Stress. Der anschließende Schlaf ist wenig erholsam. Dadurch werden Leistungsfähigkeit, Konzentration und Laune am nächsten Tag beeinträchtigt. Durch die zu geringe Ausschüttung des appetithemmenden Hormons Leptin während des Nachtschlafs meldet sich außerdem höchstwahrscheinlich unkontrollierter Heißhunger. Eine schlechte Schlafqualität kann auf Dauer krank machen.

Körperliche und seelische Warnsignale als Rote Karte

Eine länger anhaltende Höchstleistung durch körperliche Stressreaktionen führt zu Verschleißerscheinungen und kann krank machen. Auf diesen chronischen Anspannungszustand können verschiedene Symptome warnend hinweisen. Da sie nicht spezifisch sind, werden sie häufig erst spät als Stressfolge zugeordnet. Die Anzeichen können sich unterschiedlich durch Gefühle und Verhalten bemerkbar machen. Dazu zählen:

• Schwindel

• Gereiztheit

• Erschöpfung

• Magen- und Darmprobleme

• Muskuläre Beschwerden

• Schlafstörungen

• Konzentrationsprobleme

• Innere Unruhe

• Schlechte Laune

Um Erkrankungen zu vermeiden, solltest Du die Stress-Symptome möglichst erkennen und ernst nehmen. Stressauslösende Faktoren solltest Du nach Möglichkeit beseitigen oder reduzieren. Zur Entlastung und Entspannung können außerdem Techniken zum besseren Stressumgang erlernt werden. Hilfreich ist außerdem eine bessere Organisation in der Lebensführung sowie eine Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit durch gesunde Ernährung und verstärkte Bewegung.

Formen stressbedingter Erkrankungen

Alarmsignale nicht ignorieren

Werden die auf negativen Stress hindeutenden Alarmzeichen zu lange ignoriert, können sich Erkrankungen bilden. Beim Stressphänomen kommt es zu einer verstärkten Aktivität des körpereigenen Immunsystems. Zur Entzündungsabwehr werden in erhöhtem Maße Immunstoffe gebildet. Diese bewirken eine Ausschüttung des entzündungshemmenden Hormons Cortisol. Dieser Schutzmechanismus soll für eine automatische Regulierung bei körperlichen Entzündungen sorgen.

Bei chronischem Stressverlauf wird dieser natürliche Abwehrmechanismus des Körpers geschwächt. Auf zusätzliche Angriffe von außen wie durch Viren, Bakterien und Pilze reagiert das Immunsystem nur noch eingeschränkt. Aufgrund dieses geschwächten Abwehrverhaltens kann es daher leichter zu Virusinfektionen kommen. Außerdem können sich verstärkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen einstellen.

Ältere Menschen trifft es schneller

Stressfolgen können ältere Menschen besonders schnell krank machen. Durch altersbedingten Verschleiß sowie Veränderungen des Stoffwechsels können stressbedingte Funktionsstörungen des Immunsystems schneller zu Erkrankungen führen. Dauerstress kann auch zu seelischen Erkrankungen wie Depressionen, starke Angst und Unruhe oder Tinnitus führen. Ein dauerhaft überhöhter Pegel von Stresshormon kann zur Folge haben, dass sich Nervenzellen im Hippocampus, einer wichtigen Schaltstelle des Gehirns, zurückbilden. Dadurch kann der Entspannungsmechanismus beeinträchtigt werden. Als stressbedingte Erkrankungen können je nach persönlicher Anfälligkeit und Stressart weitere Erkrankungen in unterschiedlicher Intensität auftreten:

• Magen- und Darmprobleme wie Magengeschwüre, Magenschleimhautentzündungen oder Zwölffingerdarmgeschwüre

• Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen, Durchfall oder Übelkeit und Erbrechen

• Kopfschmerzen wie Migräne und Spannungskopfschmerzen

• Viruserkrankungen wie Gürtelrose oder Lippenherpes

• Hauterkrankungen wie Neurodermitis

• Verstärkung von Asthma, Allergien, Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion

• Rückenschmerzen durch muskuläre Verspannungen

• Adipositas

• Deutlich erhöhter Cholesterinspiegel und Blutzuckerspiegel

• Hörsturz

• Potenzstörungen/Impotenz

Mann mit Stresssymptomen
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Interessant sind die unterschiedlichen Reaktionen von Frauen und Männern zu Stressfolgen. Männer reagieren stressbezogen überwiegend aktiv. Sie versuchen selbstbewusst die stressbedingten Auswirkungen durch erzielte Erfolge nach außen zu rechtfertigen. Gleichzeitig versuchen sie, die Stressoren ohne Auswirkungen auf den gewünschten Erfolg zu reduzieren.

Frauen reagieren mehr passiv durch Selbstvorwürfe, Selbstmitleid oder Depressionen. Sie suchen nach Unterstützung durch andere oder flüchten sich in die Resignation. Dieses Verhalten kann körperlich wie seelisch krank machen. Du solltest in jedem Fall alle Möglichkeit zur ausgleichenden Entspannung und Verringerung von Stressfaktoren ausprobieren. Reicht dies nicht aus, bietet sich professionelle Hilfe an, damit Dich Stressfolgen nicht krank machen.

Was ist positiver Stress?

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positiver Stress und Stress
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Stress ist nicht gleich Stress. Während negativer Stress auf Dauer schädlich für deine Gesundheit ist, sorgt positiver Stress, auch Eustress genannt, dafür, dass du über dich selbst hinauswachsen kannst. Oftmals verharren Menschen auch längerfristig in Situationen mit negativem Stress, sei es beruflich oder privat. Da diese unschönen Situationen nicht selten über einen längeren Zeitraum toleriert werden, merken die Betroffenen gar nicht, dass sie negativ gestresst sind. Irgendwann zieht jedoch der Körper die Notbremse, es kommt zum Burnout, mit allen negativen Folgen für die eigene Gesundheit. Ohne Stress, der ja von Wissenschaftlern oft auch als die Würze des Lebens bezeichnet wird, könnten wir Menschen aber gar nicht leben. Auch negativer Stress lässt sich im Alltag naturgemäß nicht immer ganz vermeiden. Wer jedoch die Kennzeichen von Eustress kennt, wird immer mehr Spaß und Freude daran haben, dass sich positiver Stress zunehmend im eigenen Leben etabliert.

Eustress hat langfristig positive Effekte

Die Einteilung zwischen negativem Stress, Disstress, und Eustress ist noch gar nicht so alt. Diese zwei grundsätzlichen Arten von Stress wurden im Jahre 1988 von dem Arzt Hans Seyle erstmals einem breiteren Publikum vorgestellt. Positiver Stress hat genauso Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele wie negativer Stress. Während positiver Stress jedoch überwiegend erfreuliche und gute Auswirkungen, auch längerfristig, zeigt, ist es beim negativen Stress gerade das Gegenteil. Du solltest also alles daran setzen, negativen Stress so weit wie möglich zu vermeiden. Unabhängig von der negativen oder positiven Stressvariante ist Stress im Menschen seit Urzeiten verankert. Denn für unsere Vorfahren war Stress sogar zum Überleben wichtig. Beim Auftreten sogenannter Stressoren, zur damaligen Zeit also beispielsweise wilde, gefährliche Tiere, wurde sofort ein Fluchtprogramm vor diesen Gefahren aktiviert. Diese unterschwellig ablaufenden Programme sind in uns Menschen auch heute noch aktiv, obwohl die Gefahren aus der Urzeit natürlich längst nicht mehr bestehen.

Stress wird im komplizierten Regelwerk des Organismus vom Nervensystem mit bestimmten Hormondrüsen geregelt. Das Wissen darüber erlaubt uns jedoch heutzutage viel besser in Stresskaskaden einzugreifen, damit der positive Stress, Eustress, die Oberhand gewinnt. Ganz ohne Stress wäre das Leben natürlich langweilig und fade. Ein gewisses Maß an Stress ist also für ein gutes Leben unabdingbar. Schädlich wird es immer nur dann, wenn negativer Stress auf Dauer dazu führt, dass ein Mensch krank wird. Oft wirkt sich negativer Stress derart krankmachend aus, dass eine regelrechte Stressspirale entsteht, aus der die Betroffenen ohne fremde Hilfe gar nicht mehr herausfinden können. Es geht dabei nicht nur um beruflichen Stress, sondern auch um Freizeitstress oder um Stress, der entsteht, wenn du überhaupt nicht mehr einschlafen kannst. So wachst du schon gestresst auf und der Tag ist eigentlich gelaufen, bevor er richtig begonnen hat. Doch so weit musst du es natürlich gar nicht erst kommen lassen.

Stress ist das Salz in der Suppe

Am besten kannst du dir Stress wie ein Gewürz vorstellen, also beispielsweise Salz. Ganz ohne Salz schmeckt eine Suppe fad, bei zu viel ist die Suppe jedoch versalzen und ungenießbar. Die Vorsilbe Eu in dem Wort Eustress kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet so viel wie gut. Mit Eustress ist also guter, wohltuender Stress gemeint. Positiver Stress hat das Potenzial zusätzliche und oft ungeahnte Kräfte in dir zu wecken, welche in der Tiefe deines Unterbewusstseins schlummern. Durch positiven Stress kannst du also sprichwörtlich das Beste aus dir herausholen. Du bist im Flow, weißt genau, was du tust und warum du es tust und hast sichtlich Freude dabei. Eustress lässt dich einfach mehr leisten, du spürst, wie du über dich hinauswachsen kannst und trotzdem werden deine Batterien nicht leerer sondern voller. Positiver Stress versetzt dich in die Lage auch vor scheinbar herausfordernden Aufgaben oder Situationen keine Angst zu haben. Denn du spürst, du bist diesen Herausforderungen gewachsen.

Eustress als kreativer Motor

Eustress sorgt darüber hinaus auch dafür, dass du dich während einer bestimmten Tätigkeit viel besser darauf konzentrieren kannst. Du bist ganz bei der Sache, lässt dich nicht ablenken und kannst Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden. Immer wenn du in einer Phase höchster Kreativität bist, ist positiver Stress ebenfalls ein wichtiger Bestandteil davon. Denn Eustress als Motor einer ungeahnten Kreativität setzt Fähigkeiten in dir frei, von denen du vorher noch nicht mal geträumt hast. Positiver Stress kann also das bereits in dir vorhandene, jedoch verschüttete Potenzial voll zur Entfaltung bringen. Das ist nicht nur beim Vollbringen von Tätigkeiten von Bedeutung, sondern auch beim zwischenmenschlichen Umgang oder bei der Erlangung persönliche Ziele. Deshalb ist Eustress auch ein wichtiger Bestandteil bei der Persönlichkeitsentwicklung oder der Entfaltung deiner kreativen Anteile, welche bei vielen Menschen leider zeitlebens verschüttet bleiben.

Positiver Stress erhöht die Kreativität
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Nicht zuletzt hilft dir positiver Stress auch dabei im Leben genau zu erkennen, was dein Platz ist und was du eigentlich willst. Du solltest also, deiner wertvollen Lebenszeit zu Liebe, niemals dauerhaft in Situationen verharren, die dich runterziehen oder gar krank machen. Denn alles dies sind Anzeichen von negativem Stress. Positiver Stress hingegen erhöht vielfach deine Aufmerksamkeit. Er sorgt für mehr Lebensfreude auf allen Ebenen und erhöht deine Schaffenskraft. Eustress entfaltet immer auch deine persönliche Kreativität und verhilft dir zu einer optimalen Leistungsfähigkeit, ohne dass du davon krank wirst. Eustress steigert deine Motivation und beflügelt dich zu Höchstleistungen, ohne dass deine persönliche Kraft dabei nachlässt. Es gibt also viele gute Gründe, um ab sofort negativen Stress frühzeitig zu identifizieren, um dann, so gut es geht, Eustress dauerhaft in deinem Leben zu etablieren.

Wie ensteht Stress?

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Gestresster Geschäftsmann im Büro
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Von unseren Mitmenschen hören wir häufig, dass sie kaum Zeit haben, weil sie im Stress sind. Doch was verbirgt sich überhaupt hinter dieser Bezeichnung? Der Begriff ist äußerst unpräzise, da es zum einen um Stressoren geht. Zum anderen ist Stress eine körperliche Reaktion auf diese Stressoren. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung leidet unter Stress. Dabei geben bereits 57 Prozent der Menschen selbst an, dass sie oftmals gestresst sind. Fast jede fünfte Person leidet sogar dauerhaft an Stress. Wenn du dich dafür interessierst, warum Stress entstehen kann und was es in deinem Körper auslöst, solltest du nachfolgenden Beitrag weiterlesen.

Das sind die typischen Auslöser für Stress

Stress kann entstehen, wenn du ihn selbst verursachst. Er entwickelt sich aber ebenso durch äußere Einflüsse. Allerdings rufen nicht alle Stressauslöser bei jedem dieselben Stressreaktionen hervor. Hier findest du ein paar Beispiele, bei denen Stress entstehen kann.

  • Unerfüllte Wünsche
  • Perfektionismus
  • Zeitdruck
  • Termindruck
  • Leistungsdruck
  • Ärger
  • Lärm
  • Kälte oder Hitze
  • Krankheiten oder Verletzungen

Ob bei dir durch vorangegangene Beispiele Stress entstehen kann, hängt von deinem Geschlecht, Alter und deinen Erfahrungen ab. Spezielle Situationen entscheiden jedoch ebenfalls darüber, ob Stress entsteht. So kannst du in einem Augenblick einen Reiz als angenehm empfinden. Im nächsten Moment stufst du ihn allerdings negativ ein. Das passiert dir insbesondere dann, wenn du diesen Reiz zur falschen Zeit, zu ausgeprägt oder unvorhergesehen wahrnimmst. Ein Beispiel: Zunächst freust du dich auf deine bevorstehende Geburtstagsfeier. Im nächsten Augenblick wird dir jedoch bewusst, wie viel du dafür noch vorbereiten musst. Du hast die Befürchtung, dass du nicht alles rechtzeitig schaffen wirst. Insbesondere dann, wenn du bereits angespannt bist und viel um die Ohren hast. Hierbei kann aus einer eigentlich harmlosen Situation Stress entstehen.

Frau mit allen Organen, Stressverarbeitung im menschlichen Koerper
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Stress lässt sich niemals vollkommen vermeiden!

Für dich und zahlreiche andere Menschen wäre es natürlich perfekt, wenn gar kein Stress entstehen würde. Dies scheint jedoch insbesondere in der heutigen Zeit nahezu unmöglich. Du wirst es nicht schaffen, in deinem Leben ohne Stress auszukommen. Ob Stress krank macht, hängt davon ab, wie häufig und vielfältig er vorkommt. Die Dauer und Stärke entscheidet ebenfalls darüber, ob du stressbedingt erkranken wirst. Um deinen Stress zu bewerten, musst du die jeweilige Situation selbst beurteilen. Übersteigt Stress dabei deine eigenen Kräfte, empfindest du ihn als belastend. Wenn du allerdings davon ausgehst, dass du eine bestimmte Situation hervorragend meisterst, wertest du den Stress positiv. Er hilft dir dabei, eine Aufgabe zu bewältigen.

So reagiert dein Körper auf Stress

In der Regel sorgt Stress dafür, dich vor potenziellen Gefahren zu schützen. Dieses komplexe System war bereits damals äußerst sinnvoll, um auf Bedrohungen adäquat zu reagieren. Wenn Stress entstehen sollte, reagiert der Körper und stellt rasch Energiereserven zur Verfügung. Früher sind die Menschen deshalb erfolgreich geflüchtet oder konnten selbst geschickt jagen. Heute reagiert dein Körper auf die gleiche Weise. Der einzige Unterschied liegt in den Stressauslösern. Diese waren damals nämlich anders als heute. Weiterhin baust du den Stress nicht immer ausreichend mit körperlichen Aktivitäten ab. Was das für Folgen für deinen Körper haben kann, erfährst du hier.

  • Dein Herzschlag beschleunigt, damit mehr Sauerstoff transportiert werden kann.
  • Dein Atemrhythmus ist verkürzt, damit dir mehr Sauerstoff und dadurch zusätzliche Energie zur Verfügung steht.
  • Deine Zucker- und Fettreserven aktivieren sich, um Energie zu gewinnen.
  • Deine Muskelaktivität erhöht sich.
  • Deine Schweißdrüsen aktivieren sich, um deinen Körper zu kühlen.

Dies sorgt dafür, dass sich andere Körperfunktionen herabsetzen, um Energie zu sparen. Dein Verdauungsprozess ruht und deine Haut wird schlechter versorgt. Darüber hinaus sind deine Sexualorgane gehemmt. Vorangegangene Sofortreaktionen flachen ab, sobald deine Stressauslöser verschwinden. Wenn du deinem Körper ausreichend Ruhe zum Erholen zugestehst, ist er bald wieder im Normalzustand.

So fühlt sich Stress an

Stress bringt nicht nur körperliche Reaktionen mit sich. Wenn Stress entstehen sollte, wirst du zusätzliche Symptome wahrnehmen. Nachfolgend erfährst du, welche Verhaltensweisen sowie Empfindungen Anzeichen von Stress sind.

  • Du wirst nervös und empfindest innere Unruhe.
  • Du bist unzufrieden und ängstlich.
  • Du hast Angst, dich zu blamieren oder anderweitig zu versagen.
  • Du fühlst dich hilflos.
  • Du machst dir Selbstvorwürfe.
  • Du spürst eine innere Leere im Kopf.
  • Du hast mit Denkblockaden zu kämpfen.
  • Hektisches Verhalten (du verkürzt deine Pausen und isst schneller als sonst).
  • Du verhältst dich schädigend und betäubend dir selbst gegenüber (dein Alkoholkonsum steigt, du rauchst mehr, du greifst häufiger zu Medikamenten).
  • Dein Arbeitsverhalten ist deutlich unkoordinierter (deine Planung ist mangelhaft, verlegst Dinge oder vergisst sie).
  • Dein Umgang mit anderen Menschen ist konfliktreicher (du bist gereizt, fährst oft bei Kleinigkeiten aus der Haut).
Mann mit Stressattacke
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Wenn der Stress zum Dauerzustand wird

Stress kann entstehen, wenn du stets Sorgen oder Ängste hast, eventuell auch finanzielle Probleme. Dies kann rasch gefährlich werden, da die verstärkte Muskelaktivität in lang anhaltende Anspannungen übergeht. Dabei sind deine Muskeln ständig angespannt. Folglich wirst du dauerhafte Verkrampfungen wahrnehmen, die sich ebenfalls im Rücken bemerkbar machen. Schmerzen im Bereich des Nackens und den Schultern ist dabei erst der Anfang. Weitere Bereiche deines Körpers werden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Deine Immunabwehr ist geschwächt und dein Herz-Kreislauf-System ist belastet. Wenn dieser Stress entstehen sollte, kannst du ebenso unter Schlaf- und Essstörungen leiden, nervös werden oder sogar an Depressionen erkranken.

So kannst du Stress behandeln

Eine bestimmte Behandlungsmethode gegen Stress gibt es nicht. Allerdings hast du Möglichkeiten zur Vorbeugung, damit Stress nicht entstehen kann. Wenn du jedoch bereits unter Stress leidest, kannst du ihn lediglich mit nachfolgenden Verhaltensweisen vermindern. Du solltest jedoch nicht allzu hohe Erwartungen haben, denn Stress kannst du nicht von heute auf morgen loswerden. Dies ist ein langer Prozess und benötigt ausreichend Zeit, damit du Erfolg hast.

  • Du kannst die Wahrnehmung von Stress gezielt steuern. Dabei bewertest du deinen negativen Stress lieber positiv oder neutral.
  • Du solltest deine Belastungen in der Familie, Beruf und Freizeit besser organisieren.
  • Stärke deine eigene Leistungskraft.
  • Sorge für Entspannung als Gegenpol zum Stress.

Jetzt den Stress neu bewerten

Ob du Stress als positiv oder negativ bewertest, ist in den meisten Fällen lediglich eine gedankliche Bewertung von dir. Das beste Beispiel ist Prüfungsstress. Die meisten Menschen gehen mit dem Gedanken an das Scheitern in eine Prüfung. Eine ideale Alternative dazu ist, dass du dir die Sorge vor der Prüfung eingestehst. Es ist völlig normal, dass du etwas nervös bist und feuchte Hände bekommst. Auch das flaue Gefühl im Magen oder das schneller schlagende Herz sind ganz typische körperliche Symptome deiner Stressreaktion. Du hast jedoch keinen objektiven Grund, dies als negativ oder belastend zu empfinden.

Wenn du also deinen Stress neu bewertest und dadurch negativen Stress vermeidest, hast du bessere Chancen auf eine erfolgreiche Prüfung. Gleichzeitig verringerst du damit die Gefahr, ernsthaft zu erkranken. Du erhältst eine völlig neue Lebensqualität.

Mach dich fit gegen Stress

Wenn du bereits merkst, dass Stress entstehen könnte, solltest du reagieren. Je leistungsfähiger du bist, desto besser kannst du gegen Stress vorgehen. Dabei spielt Bewegung eine enorm große Rolle. Bereits drei Mal die Woche 20 Minuten Sport machen, stärkt dein Herz-Kreislauf-System und Immunsystem nachhaltig. Dabei musst du nicht einmal Sportler werden. Es reicht, wenn du dein Auto öfter stehen lässt und deine Wege mit dem Fahrrad bestreitest. Benutze häufiger die Treppe als den Aufzug und gehe einfach mal zum Freund, anstatt mit ihm zu telefonieren.

frau bei pause erholt sich vom Stress
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Mit Entspannung gegen Stress

Bevor Stress entstehen kann, solltest du öfter eine Pause einlegen. Sei es eine Viertelstunde zwischendurch, die nur dir gehört. Diese Pausen könntest du für zusätzliche Entspannungstechniken nutzen. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, wenn du autogenes Training, Atemübungen oder Yoga in deinen Alltag einbringst. Du hast allerdings schon viel gewonnen, wenn du einfach häufiger deine Pausen genießt.