Dienstag, Juli 23, 2019
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Die 10 größten Stressoren im Leben und wie du sie vermeiden kannst

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10 größten Stressoren
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Sicher weißt du schon eine Menge über Stress, z. B. dass er zu körperlichen Beschwerden und auch Depressionen oder zum Burnout-Syndrom führen kann. Trotzdem ziehen die wenigsten Menschen Konsequenzen aus dem Wissen um Stressoren (Stressauslöser), lassen sich treiben und spüren die Folgen. Umdenken lohnt sich für dich, denn ein Leben mit weniger Stress bedeutet ein glücklicheres Leben zu führen.

Natürlich erhebt die folgende Liste von zehn Stressoren und dessen Bekämpfung in unspezifischer Reihenfolge keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Dafür sind die Leben unserer Leser/innen zu unterschiedlich. Mit dem einen oder anderen Tipp kannst du dich aber sicher identifizieren.

1. Zu viel Arbeit, wenig Pausen

Regelmäßig einer Arbeit nachzugehen, ist für die meisten Menschen sinnstiftend und erfüllend. Doch viele Beschäftigungsmodelle und selbstständige Arbeit sind keine erreichbaren Herausforderungen mehr, sondern füttern täglich den Stressor Überforderung. Ob digitales Prekariat, Service-Jobs mit hoher Sozialkomponente (und entsprechend hoher Rate aufbrausender Kunden), Jobs mit 12-Stunden-Schichten ohne Wochenende oder Multijobbing – der geregelte Arbeitstag ohne stressige Überraschungen und mit freien Tagen sowie festen Pausenzeiten gehört für viele Menschen schon der Vergangenheit an.

Gesellschaftlich debattiert wird darüber seit Jahren. Doch die Lösungsansätze kommen in Trippelschritten daher. Ein bedingungsloses Grundeinkommen, höhere Bezahlung für Pflegeberufe, Maschinensteuern, eine starke Mindestlohnanpassung, Verbot der Selbstausbeutung – all dies ist Zukunftsmusik. Du musst also selbst Herr der Lage werden. Falls du einer unterbezahlten oder zu zeitaufwendigen Beschäftigung nachgehst, gibt es immer Möglichkeiten, das zu ändern. Umschulen, Studieren, das Abitur nachholen, ist auch in der Mitte des Lebens noch möglich, insbesondere in Deutschland. Die einfachste Maßnahme ist freilich: Schau dich auf dem Arbeitsmarkt um. Seltsamerweise studieren die Wenigsten Stellenanzeigen, die mit ihrer beruflichen Situation unzufrieden sind.

2. Prokrastination – Die Aufschieberitis grassiert

Wenngleich ranghohe Angestellte, Politiker oder Manager die Prokrastination bewusst nutzen, ist das Aufschieben von wichtigen Erledigungen ein Stressor, der bis zur Handlungsunfähigkeit führen kann.

Nutzen kannst du das Aufschieben von Dingen, indem dadurch eine Hierarchie der Wichtigkeit von Aufgaben entsteht – die Beantwortung der langen E-Mail von der besten Freundin kann Stunden beanspruchen, in denen du drei andere Aufgaben erledigen kannst. Manager, insbesondere von Firmen in schnelllebigen Wirtschaftszweigen, verschieben E-Mails in Zu-Erledigen-Ordner oder delegieren direkt an die nächst tiefere Hierarchiestufe. Vieles ist einfach nicht so wichtig, jedenfalls nicht in Relation zu anderen Dingen. Während sich zwanzig E-Mails des Managers von selbst regeln, siehst du doch deine Freundin sowieso in zwei Wochen – du kannst die Aufgabe vom E-Mail-Beantworten also auf nochmaliges Lesen reduzieren.

Stressor Prokrastination
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Diese Taktik funktioniert allerdings nur, wenn du deine Zeit sinnvoll nutzt, die zu erledigenden Aufgaben nach Relevanz abarbeitest und einige Listenplätze streichst oder abgibst. Der Abwasch kann warten – die Hausaufgaben der Kinder sind wichtiger.

Falls du eher ein Problem damit hast, wichtige Aufgaben überhaupt anzugehen: Teile die Aufgaben in kleine Teilaufgaben. Schreibe dir die Arbeitsschritte zur Not auf. Stelle einen Zeitplan für die übersichtlichen Teilaufgaben auf und halte dich bestmöglich daran, plane aber etwas mehr Zeit als nötig ein. Belohne dich für das Erreichen von Zwischenzielen. Freue dich bewusst darüber, dass du die Aufgabe schon teilweise erledigt hast, statt ihr immer noch auszuweichen.

3. Perfektionismus ist meist übertrieben

Ein Arbeitssoll zu perfekt erledigen zu wollen, kann auch eine Prokrastinationstaktik sein. Jeder Handwerker lernt in seinen ersten Tagen als Lehrling: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Alles Andere ist Zeit- und Geldverschwendung. Ob eine Aufgabe gut, sehr gut oder perfekt erledigt wurde, macht nur wenige Prozent Unterschied im Endergebnis aus. Doch jedes Prozent nahe der Perfektion kostet überproportional viel Aufwand.

Erwischst du dich selbst beim Streben nach Perfektion auf deiner Arbeit? Bedenke immer, dass der zusätzliche Workload ein Stressor sein könnte. Oft ist es besser, eine Sache gut erledigt zu haben und die nächste folgen zu lassen statt an den Details der absoluten Vollendetheit der ersten Sache zu verzweifeln. Es dankt dir in der Regel auch niemand, oft gehen besonders gute Arbeitsergebnisse sogar in der Masse unter.

4. Unzufriedenheit in der Partnerschaft

Jeder von uns benötigt Schutzzonen, in denen man sich geborgen, sicher und bedingungslos wertgeschätzt fühlt. Neben der Familie und Freunden macht diese Zone die Beziehung zum Liebsten / zur Liebsten aus. Liegt eine dauerhafte Störung in der Beziehung vor, so ist dies ein bedeutender Stressor. Probleme in der Liebesbeziehung dürfen nicht ignoriert werden. Beide Parteien, in heterosexuellen Beziehungen insbesondere die männlichen Parts, müssen das Erreichen einer beständigen Partnerschaft auch als Beziehungsarbeit begreifen. Ungleiche Verteilung der Familien- und Hausarbeit ist immer noch ein Thema, auch bei jungen Pärchen. Falls du in deiner Beziehung Schwierigkeiten siehst, spreche sie an. Dabei sollte der Gang zur Paartherapie oder die Lektüre von Fachliteratur nicht als unmöglich erachtet werden.

5. Sexuelle Schwierigkeiten

Sexuelle Unlust, Potenzprobleme, zu seltener Sex oder krasse Verhaltensänderungen im Liebesspiel können schwerwiegende Stressoren sein. Eine Korrelation zur allgemeinen Unzufriedenheit in der Partnerschaft kann hier auftreten, aber auch als folgerichtiger Stressfaktor aus anderen Problemen, z. B. Krankheit, Ärger im Berufsleben usw. in Erscheinung treten. Abgesehen von Asexualität, die zumeist schon am Anfang einer Beziehung bekannt ist, stehen auch hier therapeutische Angebote zur Verfügung. Davor aber ist dir schon weitergeholfen, wenn du selbst tief in dich gehst und versuchst, die Ursachen zu ergründen. Übrigens können und sollten Pärchen über Sex sprechen, um die gegenseitigen Wünsche zu verstehen und diese schönste Nebensache der Welt nicht zu einem Stressor der unerfüllten Erwartung und Enttäuschung zu machen.

Stress wegen sexueller Probleme
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6. Tod des Partners, eines Freundes oder Angehörigen

Mit der größten Zäsur in unserem Leben – dem Sterben – lässt sich nur schwer umgehen. Es dürfte jedem einleuchten, dass der Tod einer nahestenden Person Spuren hinterlässt. Nicht selten stellt man nach so einem harten Schnitt sein ganzes Leben um. Trauer, Bewältigung, das Alleinsein, sich verlassen fühlen und die Arbeit, die mit einer Lebensumstellung verbunden ist, all das kann sich sogar dauerhaft negativ auf die Psyche auswirken. Trauer einfach runterschlucken und so tun, als wäre nichts gewesen, ist daher keine Option. Selbst wenn du zu einer verstorbenen Person ein ambivalentes Verhältnis hattest, z. B. einem prügelndem Vater, solltest du dich mitteilen. Niemand erwartet von dir, dass du einen Tod von jetzt auf gleich bewältigst. Spreche mit deinen Freunden und deiner Familie darüber. Nimm dir frei, aber ignoriere das Thema nicht. Vermeiden lässt sich dieser Stressor natürlich nicht. Lohnen würde sich jedoch, Beziehungen aufrecht zu erhalten, um später kein schlechtes Gewissen gegenüber der toten Person zu haben.

7. Umzug in eine neue Stadt

Beispielsweise aus partnerschaftlichen oder beruflichen Gründen sind Wohnortwechsel nicht immer zu vermeiden. Wer keine zwanzig Jahre mehr alt ist, fühlt sich in einer neuen Umgebung oft fremd und allein, was ein großer Stressor ist. Wenn du das nächste Mal umziehst, gehe das Thema bestenfalls offensiv an, bevor es sich in Stress verwandelt. Eine gute Vorbereitung über die Stadt und ihre Infrastruktur ist das Eine, das Andere das aktive Kennenlernen von Menschen. Freundeskreise bauen sich nicht von selbst auf und je schneller neue Kontakte geschlossen werden, desto besser geht man mit der neuen Lebenssituation um.

8. Zu wenig Schlaf

Jeder Mensch hat ein individuelles Schlafverhalten. Vielleicht reichen dir fünf Stunden, während andere in deinem Alter acht benötigen, um den Tag aktiv anzugehen. Sicher ist hingegen, dass zu wenig deiner selbst ermittelten Schlafzeit gesundheitliche Folgewirkungen mit sich zieht. Mit ausreichendem Schlaf bekämpfst du den Stressor, nimm dir also Zeit dafür und spare lieber an eher sinnlosen Tätigkeiten wie Fernsehen oder Videogames.

9. Verschuldung

Selbst in Zeiten bester wirtschaftlicher Lage des Landes sind private Schulden ein großes Thema, das vielfältigste Ursachen aufweist. Konsumsucht ist dabei nur eine mögliche Ursache von vielen. Doch ob durch Arbeitslosigkeit, einen Unfall oder zu hohe Wohnungsmiete hervorgerufen – Schulden, die aus eigener Kraft nicht zurückgezahlt werden können, verursachen bei den meisten Menschen starke Stressreaktionen. Wenn du in eine solche Situation geraten solltest, suche dir frühzeitig unentgeltliche Hilfe bei einer Schuldnerberatung. Meist gibt es Licht am Ende des Tunnels. Prophylaxe sei hier jedem empfohlen. Wenn am Endes des Monats der Kontostand regelmäßig in den Kontokorrentkredit rutscht, ist man in einer Notsituation sofort überlastet. Einen Notgroschen in Höhe von drei Monatseinkommen sollte zu jedem Zeitpunkt auf dem Konto oder Tagesgeldkonto verfügbar sein.

Stress durch Schulden
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10. Pensionierung / Arbeitlosigkeit

Wenn du aus deinem beruflichen Leben temporär oder dauerhaft ausscheidest, kann sich dies als großer Stressor erweisen. Zahlreiche Menschen besitzen kein Auffangnetz, sondern nur Privatleben und Arbeitsleben als Faktor der Bestätigung, der Sinnstiftung und als Multiplikator für soziale Kontakte. Es kann passieren, dass du in ein schwarzes Loch fällst und die Depression zu sprießen beginnt. Entgegenwirkende Maßnahmen wären das Schaffen von weiteren sinnvollen Beschäftigungen wie ein stärkeres Einbringen in die Familienarbeit, ehrenamtliche und politische Arbeit.

Fazit

Du siehst, ein dauerhaft stressiges Leben ist kein Schicksal. Wenn auch nicht alles, aber vieles hast du in der eigenen Hand. Stressoren aus deinem Alltag zu verbannen, kann natürlich auch Stress auslösen. Aber mit dem Vorstoß in ausgeglichene Verhältnisse belohnst du dich selbst. Mit Zufriedenheit, Gesundheit und Lebensfreude.

5 besten Meditationsbücher für 2019

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Buch lesen
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Egal, ob die Meditation etwas Neues für dich ist oder ob du bereits ein erfahrener ZEN-Meister bist, eines ist sicher – Du solltest nie aufhören zu lernen und zu studieren.

Vom Erlernen verschiedener Techniken bis zum Verstehen der Geschichte der Meditation in den verschiedenen Kulturen gibt es viel zu entdecken. Und eine der besten Informationsquellen sind natürlich Meditationsbücher.

Zen-Geist – Anfänger-Geist: Unterweisungen in Zen-Meditation

Zen Mind
Zen Mind

Shunryu Suzuki war einer der produktivsten Zen Meister. Er begann schon in jungen Jahren mit der Meditation und durfte bereits im Alter von 30 Jahren Schüler annehmen. Suzuki machte Zen in den USA bekannt. Leider verstarb er bereits im Jahre 1971.

Das Buch Zen Mind ist ideal um Zen zu verstehen und zu praktizieren. Es ist leicht im täglichen Leben anzuwenden und darüber hinaus auch noch gut zu lesen. Nicht umsonst zählt es zu den Klassikern der Meditation.

Wie ich die entscheidenden 10% glücklicher wurde

10 Prozent glücklicher

Dan Harris ist ein in Amerika sehr bekannter Anchorman. In seinem Buch erzählt er seine persönliche Geschichte. Als er live während einer Nachrichtenshow eine Panikattacke hat, wird im klar, dass er nicht wie gewohnt weitermachen kann.

Er beginnt eine Interviewreihe mit spirituellen Lehrern wie Eckart Tolle, Deepak Chopra u.a. Harris öffnet sich der Welt der Meditation, der er bis dahin skeptisch gegenüber stand. Ein sehr interessantes und persönliches Buch eines westlichen Karrieremenschenan an einem Wendepunkt in seinem Leben.

Hinsetzen – Loslassen – Glücklich sein

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Hinsetzen und Loslassen , geschrieben von Sukey und Elizabeth Novogratz, ist ein Reiseführer mit einem achtwöchigen Plan, der in den geschäftigsten Lebensstil integriert werden kann.

Das Buch ist speziell für Menschen geschrieben, die einen sehr geschäftigen Lebensstil haben, aber jeder, der sich für Meditation interessiert, wird es sicherlich eine gute Lektüre finden.

Novogratz erklären, wie Meditation genutzt werden kann, um Ängste effektiv abzubauen, Stress abzubauen, Gewicht zu verlieren, Schlaf anzuregen und die Stimmung zu verbessern.

Dies ist ein wunderbarer Leitfaden, der die Grundlagen und die richtigen Techniken der Meditation vermittelt.

365 TAO – Heilende Meditation

365 TAO

365 Tao, geschrieben von Ming-Dao Deng, erklärt die Rolle der Meditation im Tao.

Deng erklärt die Bedeutung der Meditation an und wie sie Menschen helfen kann zu lernen, wie man die Welt und sich selbst mehr liebt.

Deng glaubt, dass Meditation der Schlüssel zu einem Leben in Harmonie ist, da er in seinem täglichen Leben Stress, negative Gedanken und Angst bekämpft.

Er ermutigt seine Leser in diesem wunderbaren Buch, es zumindest einmal auszuprobieren, damit sie das Beste der Meditation erleben können, wie er es seit so vielen Jahren tut.

Happy Minutes – 4 Minuten, die dein Leben verändern

Happy Minutes

Viele Menschen betrachten Meditation als eine Art Übung. Sie glauben, dass sie nicht die Zeit haben, es zu tun, also versuchen sie es nicht einmal.

Rebekah Borucki entlarvt diese Theorie in diesem erstaunlichen Buch vollständig.

Sie unterrichtet dir nicht nur die schnellen Techniken, die du brauchst, sondern diese zertifizierte Yogalehrerin zeigt dir auch, wie du sie in deinen bereits vollen Terminkalender einbauen kannst.

Rebekah führt die Leser auf ihren persönichen Weg ihrer eigenen Kämpfe mit Angst und Depressionen. Sie erklärt, wie Meditation ihr geholfen hat, diese negativen Kämpfe zu überwinden.

Und ihr gelang all dies, indem sie nur vier Minuten am Tag ihren Übungen widmete.

Unabhängig davon, wie beschäftigt du denkst, dass du bist. Jeder hat vier Minuten Zeit, die er erübrigen kann, um sein Leben zu verbessern.

Progressive Muskelentspannung gegen Stress

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Progressive Muskelentspannung
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Unsere Zeit wird immer schnelllebiger. Hinzukommen vielleicht Überstunden auf der Arbeit, Streit und Probleme im Familien- oder Freundeskreis, zahlreiche außerplanmäßige Termine Hobbys. All dieser Alltagsstress hinterlässt auch körperlich seine Spuren. Laut Umfragen gehören Verspannungen zu den häufigsten Begleiterscheinungen von Stress. Die progressive Muskelentspannung hilft dir dabei diesen Verspannungen vorzubeugen und auch den größten Trubel gut zu überstehen.

Was ist eine progressive Muskelentspannung?

Die progressive Muskelentspannung gegen Stress ist eine Entspannungsmethode nach Jacobson, die dafür gedacht ist, dauerhaft in Stresssituationen besser zu reagieren, Verspannungen in der Muskulatur zu lösen und eine emotionale Ausgeglichenheit hinzubekommen. Erfinder und somit auch Namensgeber dieser Anti-Stress-Technik ist der Psychologe Edmund Jacobson. Der US-Arzt hat die Technik in um das Jahr 1930 entdeckt und mit der Behandlung von Nervosität und Angstzuständen weltweit für Aufsehen gesorgt. Der Grundgedanke seiner Therapie stützt sich auf die Annahme, dass die Psyche des Menschen sich dann entspannen kann, wenn auch der Körper ruht und entspannt ist. Besonders an seiner Theorie ist, dass diese leicht erlernbar ist und sich erste Erfolge schon nach einigen Wochen zeigen. Gerade Menschen, die Probleme dabei haben sich bei autogenem Training zu entspannen und mit Nervosität und Anspannung zu Kämpfen haben, können von der Behandlung profitieren. Generell verlangt diese viel vom Patienten ab und fordert vollen Körpereinsatz, allerdings ohne sich dabei zu verausgaben und zu schwitzen.

Die Anti-Stress-Technik: so funktioniert die Progressive Muskelentspannung gegen Stress

In wenigen Worten lässt sich der Grundgedenke so zusammenfassen: Um zu entspannen muss man erst einmal anspannen. Daher verbirgt sich die Annahme, dass Muskeln sich besser lockern, wenn sie zuvor angespannt wurden. Das ist auch die Erklärung für die Bezeichnung der Anti-Stress-Technik. Das Wort „progressiv“ bedeutet übersetzt so viel wie „voranschreitend“ und meint dabei, dass nach und nach eine Muskelgruppe nach der anderen angespannt wird. Begonnen wird etwa mit der Muskulatur in den Händen, dann in den Armen, über die Muskeln des Gesichtes, hin zum Nacken, bis zu den Schultern, dem Bauch die Beine und in die Fußspitzen. Mit der Anti-Stress-Technik wird der ganze Körper in Sitz- oder Liegeposition nach einem genau vorgegebenem Plan langsam Schritt für Schritt bewusst angespannt und dabei auch ganz bewusst gespürt und wahrgenommen. Bei dem Training handelt es sich um eine Form des Krafttrainings, bei dem du die Muskeln so fest anspannen sollst, wie es gerade so erträglich ist. Die Spannung wird dann für fünf bis zehn Sekunden gehalten und im Anschluss wieder gelöst. Es folgt eine Pause von etwa 30 Sekunden, in der du das Nachlassen der Anspannung fühlen kannst. Dann geht es mit der nächsten Muskelgruppe weiter.

Wer mit der progressiven Muskelentspannung neu beginnt, muss seinen Körper erst daran gewöhnen. Es dauert dann länger, bis die Anspannung aus den Muskeln weicht. Einmal von Händen bis in die Fußspitzen dauert in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten. Wenn diese Anti-Stress-Technik regelmäßig durchgeführt wird, kann der Körper dank der Gewöhnung deutlich schneller vom angespannten Zustand in den entspannten Zustand gelangen.

Wirkung der progressiven Muskelentspannung

Die progressive Muskelspannung gegen Stress wird von zahlreichen Krankenkassen, Therapeuten und Ärzten empfohlen und kommt meist bei stressbedingt auftretenden Symptomen zum Einsatz. Die Übungen der Anti-Stress-Technik helfen dabei, den eigenen Körper besser zu spüren und selbst herauszufinden, welche Muskelgruppen am stärksten verspannt sind. Die eintretende Tiefentspannung hat großen Einfluss auf das vegetative Nervensystem und beruhigt den Blutdruck, Stoffwechsel, Puls und die Atmung und bringt diese in ein gutes Gleichgewicht. Am häufigsten kommt die Technik bei folgenden Gebieten zum Einsatz:

– Reizdarmbeschwerden
– Nervosität
– Depressionen
– Schlafstörungen
– Spannungskopfschmerzen
– Migränevorbeugung
– Regelschmerzen
– Rückenschmerzen
– Zähneknirschen
– Konzentrationsschwierigkeiten
– Phobien
– Angstzuständen
– Nackenverspannungen

Die Progressive Muskelentspannung gegen Stress kann zusätzlich zu einer allgemeinen Verbesserung des Körpergefühls beitragen. Wer diese regelmäßig durchführt, lernt, besser auf seinen Körper zu hören und Beschwerden schon vorher wahrzunehmen. Auch das Gedächtnis und die Konzentration sowie die Intuition werden damit trainiert.

Unter Anleitung entspannen

Die Progressive Muskelentspannung gegen Stress erfreut sich vor allem deswegen so großer Beliebtheit, weil sie einfach zu lernen ist. Dafür braucht es keinerlei Gerätschaften oder Vorerkenntnisse. Sie kann auch kurzfristig im akuten Stresszustand durchgeführt werden und benötigt einzig und alleine eine ebene Sitzunterlage. Ob vor dem Meeting im Büro oder vor der Prüfung an der Uni. Eingesetzt werden kann diese Technik beinahe überall und immer. Für Einsteiger ist es empfehlenswert, die Anti-Stress-Technik erst einmal unter Einleitung in einer Gruppe auszuprobieren. Zahlreiche Gesundheitszentren und Volkshochschulen bieten solche Gruppenkurse an. Dabei erklärt der Kursleiter noch einmal alles Wichtige und gibt zusätzliche Tipps mit an die Hand. Mit sanfter Stimme gibt er die nach und nach die Muskelgruppen vor, die du dann alle nacheinander an- und wieder entspannst. Der fachkundige Leiter kann kontrollieren, ob du das mit der Anspannung richtig machst, oder ob du vielleicht übertreibst. Auch kann der weiteren Frage beantworten. Wenn du mit den Übungen fertig bist, sorgt er dafür, dass du länger in der entspannten Phase bleibst. Alternativ gibt es auch Podcasts und CDs, die dich durch die Übungen begleiten und auf deren Stimmen du dich dann konzentrieren kannst.

Progressive Muskelentspannung gegen Stress to go

Du befindest dich in einer akuten Stresssituation, hast Spannungskopfscherzen, dir ist übel und du weißt nicht mehr weiter? Die CD hast du nicht dabei und auch kein Trainer ist in der Nähe? Dann kannst du die Anti-Stress-Technik auch in jedem beliebigen stillen Raum durchführen. Mit den nun folgenden Schritten kannst du akute Verspannungen kurzfristig mindern und dich wieder zurück in einen emotional ausgeglichenen Zustand bringen.

1. Setze dich hin, mach es dir bequem und lehne deinen Rücken an die Wand an. Dann stellst du deine Füße ganz locker und entspannt auf den Boden. Schließe deine Augen und versuche tief ein- und wieder auszuatmen.


2. Lege die Arme auf den Oberschenkel und fühle mit jedem Atmen, wie sich die Bauchdenke ganz langsam hebt und wieder senkt.


3. Mache die linke Hand zu einer Faust und spüre dabei jeden einzelnen Muskel in Arm und Hand. Verkrampfe dabei aber nicht halte den Zustand für rund zehn Sekunden aufrecht


4. Löse die Anspannung nun und schnaufe gleichmäßig weiter. Lege die Hand locker und leicht auf deinen Oberschenkel und genieße 30 Sekunden die Entspannung. Fokussiere dich dabei voll und ganz auf das Gefühl der Entspannung.


5. Wechsel nun zu deiner rechten Hand

Diese einfachen fünf Schritte können bereits helfen. Wenn nicht, wende dich anderen Muskelpartien des Körpers zu.

Progressive Muskelentspannung gegen Stress: Erfolg ab wann?

Bereits während der Übungen im Rahmen der Progressiven Muskelentspannung gegen Stress setzen die ersten Veränderungen ein. Und zwar, weil das vegetative Nervensystem zur Ruhe kommt und der Puls und die Atmung ruhiger werden. Du fühlst dich also sehr schnell entspannt. Je öfter diese Übungen wiederholt werden, desto tiefer setzt sich dieser angenehme Zustand in der Erinnerung des Gehirns fest. Schon nach einigen Wochen schaltet der Körper in einen angenehmen entspannten Zustand, auch wenn du nur eine einzige Übung durchführst. Dank der Konditionierung kann auch schon das Schließen der Augen und das Anspannen der Hände diesen angenehmen Zustand auslösen. Du trainierst also eine Art Knopf deines Körpers, denn du gegen Stress betätigen kannst.

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Warum Stress krank macht

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gestresste Frau
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Immer häufiger kann Stress krank machen. Im digitalen Zeitalter wird der Begriff Stress immer öfter genutzt. Weit verbreitet wird insbesondere über beruflichen Stress geklagt, dabei bildest Du bestimmt keine Ausnahme. Dauerhafter Stress kann krank machen und führt vielfach zu Arbeitsausfällen mit einem erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden. Außerdem wird das Wohlbefinden vieler Betroffener dadurch nachhaltig gestört. Als Auslöser für die körperlichen und seelischen Beschwerden kommen zahlreiche Ursachen in Betracht. Grund genug, einmal näher zu hinterfragen, welche Stressauswirkungen krank machen.

Stress ist eine körperliche Reaktion auf eine erhöhte Anforderung. Dadurch soll kurzfristig die Leistungsfähigkeit des Organismus mithilfe der Stresshormone wie Adrenalin und Noradrenalin erhöht werden. Dadurch werden die Muskeln aktiviert und bei beschleunigtem Herzschlag steigt der Blutdruck.

Diese positive, zeitlich begrenzte Stressform wird jedoch im Regelfall nicht krank machen. Bei andauerndem Stress wächst dagegen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Diese wichtige Grenzziehung zwischen positivem und negativem, krank machendem Stress kann aufgrund der persönlichen Verfassung sowie durch das individuelle Empfinden einer Belastung unterschiedlich verlaufen. Wenn Du beispielsweise eine Fahrt mit einer Achterbahn als gefährlich ansiehst und ablehnst, würde eine Fahrt damit trotz dieser Bedenken wahrscheinlich negativen Stress bei Dir auslösen. Erfüllt eine solche Fahrt jedoch den von Dir gewünschten Nervenkitzel und Du bist dies gewohnt, kann sich die Anspannung stimulierend und positiv darstellen. Möglicherweise bilden sich dabei sogar Glückshormone. Es spielt eine Rolle, wie sicher Du dich dabei fühlst und dass Du ohne Vorbehalte die Fahrt antrittst.

Gesundheitsverträglich und leistungsfördernd ist ein ausgewogener Wechsel von stressbedingter Anspannung und Entspannung. Es wird Dir bekannt vorkommen: Zielführende Schlagwörter zur Vermeidung von Stress sowie zum Umgang damit sind derzeit Work-Life-Balance, Stressbewältigungstraining oder höhere Achtsamkeit.

Stressauslösende Faktoren

Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dauert es nicht mehr lange, dass Burn-out die Nr. 1 bei den berufsbedingten Erkrankungen darstellt. Damit werden Rückenleiden auf den zweiten Platz verdrängt. Hinter dem Begriff Burn-out verbergen sich überwiegend stressbedingte Überlastungen. Dazu zählen Arbeitsüberlastungen, Zeitdruck, Ärger mit Vorgesetzten und Arbeitskollegen (Stichwort Mobbing) und vieles andere mehr. Entscheidend ist dabei der lange Leidenszeitraum.

Eine längere Konfliktsituation in einer Partnerschaft oder der Kindererziehung kann sich ebenso als negativer Stress darstellen. Stress kann außerdem krank machen, wenn über lange Zeit Sorge um den Arbeitsplatz sowie durch einen Arbeitsplatzverlust besteht. Zu einer erheblichen Belastung können auch andauernde Geldsorgen sowie der plötzliche Verlust oder die schwere Erkrankung eines nahestehenden Menschen führen. Stress kann auch durch ständige Erreichbarkeit und eigenverursachten Termindruck krank machen.

Stressoren
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Wie Du sicherlich weißt, verfügen alle Handys und Computer über eine Abschaltmöglichkeit, die zu selten genutzt wird. Du kannst regelmäßig überflüssigen Stress verspüren, wenn Du morgens eine viertel Stunde zu spät aufstehst und die Zeit jeweils durch Rekordraserei mit Deinem Pkw aufholen möchtest. Vom erhöhten Unfallrisiko ganz zu schweigen. Eine falsche Tagesplanung und Ernährung können auf Dauer ebenfalls krank machen. Wer sich Besuch einlädt, sollte mit den dazu notwendigen Vorbereitungen nicht hektisch kurz vor dem Eintreffen der Gäste beginnen. Zu wenig Zeit zum Essen und späte, üppige Abendessen bedeuten ebenfalls Stress. Der anschließende Schlaf ist wenig erholsam. Dadurch werden Leistungsfähigkeit, Konzentration und Laune am nächsten Tag beeinträchtigt. Durch die zu geringe Ausschüttung des appetithemmenden Hormons Leptin während des Nachtschlafs meldet sich außerdem höchstwahrscheinlich unkontrollierter Heißhunger. Eine schlechte Schlafqualität kann auf Dauer krank machen.

Körperliche und seelische Warnsignale als Rote Karte

Eine länger anhaltende Höchstleistung durch körperliche Stressreaktionen führt zu Verschleißerscheinungen und kann krank machen. Auf diesen chronischen Anspannungszustand können verschiedene Symptome warnend hinweisen. Da sie nicht spezifisch sind, werden sie häufig erst spät als Stressfolge zugeordnet. Die Anzeichen können sich unterschiedlich durch Gefühle und Verhalten bemerkbar machen. Dazu zählen:

• Schwindel

• Gereiztheit

• Erschöpfung

• Magen- und Darmprobleme

• Muskuläre Beschwerden

• Schlafstörungen

• Konzentrationsprobleme

• Innere Unruhe

• Schlechte Laune

Um Erkrankungen zu vermeiden, solltest Du die Stress-Symptome möglichst erkennen und ernst nehmen. Stressauslösende Faktoren solltest Du nach Möglichkeit beseitigen oder reduzieren. Zur Entlastung und Entspannung können außerdem Techniken zum besseren Stressumgang erlernt werden. Hilfreich ist außerdem eine bessere Organisation in der Lebensführung sowie eine Verbesserung der allgemeinen Leistungsfähigkeit durch gesunde Ernährung und verstärkte Bewegung.

Formen stressbedingter Erkrankungen

Alarmsignale nicht ignorieren

Werden die auf negativen Stress hindeutenden Alarmzeichen zu lange ignoriert, können sich Erkrankungen bilden. Beim Stressphänomen kommt es zu einer verstärkten Aktivität des körpereigenen Immunsystems. Zur Entzündungsabwehr werden in erhöhtem Maße Immunstoffe gebildet. Diese bewirken eine Ausschüttung des entzündungshemmenden Hormons Cortisol. Dieser Schutzmechanismus soll für eine automatische Regulierung bei körperlichen Entzündungen sorgen.

Bei chronischem Stressverlauf wird dieser natürliche Abwehrmechanismus des Körpers geschwächt. Auf zusätzliche Angriffe von außen wie durch Viren, Bakterien und Pilze reagiert das Immunsystem nur noch eingeschränkt. Aufgrund dieses geschwächten Abwehrverhaltens kann es daher leichter zu Virusinfektionen kommen. Außerdem können sich verstärkt Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen einstellen.

Ältere Menschen trifft es schneller

Stressfolgen können ältere Menschen besonders schnell krank machen. Durch altersbedingten Verschleiß sowie Veränderungen des Stoffwechsels können stressbedingte Funktionsstörungen des Immunsystems schneller zu Erkrankungen führen. Dauerstress kann auch zu seelischen Erkrankungen wie Depressionen, starke Angst und Unruhe oder Tinnitus führen. Ein dauerhaft überhöhter Pegel von Stresshormon kann zur Folge haben, dass sich Nervenzellen im Hippocampus, einer wichtigen Schaltstelle des Gehirns, zurückbilden. Dadurch kann der Entspannungsmechanismus beeinträchtigt werden. Als stressbedingte Erkrankungen können je nach persönlicher Anfälligkeit und Stressart weitere Erkrankungen in unterschiedlicher Intensität auftreten:

• Magen- und Darmprobleme wie Magengeschwüre, Magenschleimhautentzündungen oder Zwölffingerdarmgeschwüre

• Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen, Durchfall oder Übelkeit und Erbrechen

• Kopfschmerzen wie Migräne und Spannungskopfschmerzen

• Viruserkrankungen wie Gürtelrose oder Lippenherpes

• Hauterkrankungen wie Neurodermitis

• Verstärkung von Asthma, Allergien, Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion

• Rückenschmerzen durch muskuläre Verspannungen

• Adipositas

• Deutlich erhöhter Cholesterinspiegel und Blutzuckerspiegel

• Hörsturz

• Potenzstörungen/Impotenz

Mann mit Stresssymptomen
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Interessant sind die unterschiedlichen Reaktionen von Frauen und Männern zu Stressfolgen. Männer reagieren stressbezogen überwiegend aktiv. Sie versuchen selbstbewusst die stressbedingten Auswirkungen durch erzielte Erfolge nach außen zu rechtfertigen. Gleichzeitig versuchen sie, die Stressoren ohne Auswirkungen auf den gewünschten Erfolg zu reduzieren.

Frauen reagieren mehr passiv durch Selbstvorwürfe, Selbstmitleid oder Depressionen. Sie suchen nach Unterstützung durch andere oder flüchten sich in die Resignation. Dieses Verhalten kann körperlich wie seelisch krank machen. Du solltest in jedem Fall alle Möglichkeit zur ausgleichenden Entspannung und Verringerung von Stressfaktoren ausprobieren. Reicht dies nicht aus, bietet sich professionelle Hilfe an, damit Dich Stressfolgen nicht krank machen.

Was ist positiver Stress?

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positiver Stress und Stress
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Stress ist nicht gleich Stress. Während negativer Stress (Distress) auf Dauer schädlich für deine Gesundheit ist, sorgt positiver Stress, auch Eustress genannt, dafür, dass du über dich selbst hinauswachsen kannst. Oftmals verharren Menschen auch längerfristig in Situationen mit negativem Stress, sei es beruflich oder privat. Da diese unschönen Situationen nicht selten über einen längeren Zeitraum toleriert werden, merken die Betroffenen gar nicht, dass sie negativ gestresst sind. Irgendwann zieht jedoch der Körper die Notbremse, es kommt zum Burnout, mit allen negativen Folgen für die eigene Gesundheit. Ohne Stress, der ja von Wissenschaftlern oft auch als die Würze des Lebens bezeichnet wird, könnten wir Menschen aber gar nicht leben. Auch negativer Stress lässt sich im Alltag naturgemäß nicht immer ganz vermeiden. Wer jedoch die Kennzeichen von Eustress kennt, wird immer mehr Spaß und Freude daran haben, dass sich positiver Stress zunehmend im eigenen Leben etabliert.

Eustress hat langfristig positive Effekte

Die Einteilung zwischen negativem Stress, Distress, und Eustress ist noch gar nicht so alt. Diese zwei grundsätzlichen Arten von Stress wurden im Jahre 1988 von dem Arzt Hans Seyle erstmals einem breiteren Publikum vorgestellt. Positiver Stress hat genauso Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele wie negativer Stress. Während positiver Stress jedoch überwiegend erfreuliche und gute Auswirkungen, auch längerfristig, zeigt, ist es beim negativen Stress gerade das Gegenteil. Du solltest also alles daran setzen, negativen Stress so weit wie möglich zu vermeiden. Unabhängig von der negativen oder positiven Stressvariante ist Stress im Menschen seit Urzeiten verankert. Denn für unsere Vorfahren war Stress sogar zum Überleben wichtig. Beim Auftreten sogenannter Stressoren, zur damaligen Zeit also beispielsweise wilde, gefährliche Tiere, wurde sofort ein Fluchtprogramm vor diesen Gefahren aktiviert. Diese unterschwellig ablaufenden Programme sind in uns Menschen auch heute noch aktiv, obwohl die Gefahren aus der Urzeit natürlich längst nicht mehr bestehen. Stress wird im komplizierten Regelwerk des Organismus vom Nervensystem mit bestimmten Hormondrüsen geregelt. Das Wissen darüber erlaubt uns jedoch heutzutage viel besser in Stresskaskaden einzugreifen, damit der positive Stress, Eustress, die Oberhand gewinnt. Ganz ohne Stress wäre das Leben natürlich langweilig und fade. Ein gewisses Maß an Stress ist also für ein gutes Leben unabdingbar. Schädlich wird es immer nur dann, wenn negativer Stress auf Dauer dazu führt, dass ein Mensch krank wird. Oft wirkt sich negativer Stress derart krankmachend aus, dass eine regelrechte Stressspirale entsteht, aus der die Betroffenen ohne fremde Hilfe gar nicht mehr herausfinden können. Es geht dabei nicht nur um beruflichen Stress, sondern auch um Freizeitstress oder um Stress, der entsteht, wenn du überhaupt nicht mehr einschlafen kannst. So wachst du schon gestresst auf und der Tag ist eigentlich gelaufen, bevor er richtig begonnen hat. Doch so weit musst du es natürlich gar nicht erst kommen lassen.

Stress ist das Salz in der Suppe

Am besten kannst du dir Stress wie ein Gewürz vorstellen, also beispielsweise Salz. Ganz ohne Salz schmeckt eine Suppe fad, bei zu viel ist die Suppe jedoch versalzen und ungenießbar. Die Vorsilbe Eu in dem Wort Eustress kommt aus der griechischen Sprache und bedeutet so viel wie gut. Mit Eustress ist also guter, wohltuender Stress gemeint. Positiver Stress hat das Potenzial zusätzliche und oft ungeahnte Kräfte in dir zu wecken, welche in der Tiefe deines Unterbewusstseins schlummern. Durch positiven Stress kannst du also sprichwörtlich das Beste aus dir herausholen. Du bist im Flow, weißt genau, was du tust und warum du es tust und hast sichtlich Freude dabei. Eustress lässt dich einfach mehr leisten, du spürst, wie du über dich hinauswachsen kannst und trotzdem werden deine Batterien nicht leerer sondern voller. Positiver Stress versetzt dich in die Lage auch vor scheinbar herausfordernden Aufgaben oder Situationen keine Angst zu haben. Denn du spürst, du bist diesen Herausforderungen gewachsen.

Eustress als kreativer Motor

Eustress sorgt darüber hinaus auch dafür, dass du dich während einer bestimmten Tätigkeit viel besser darauf konzentrieren kannst. Du bist ganz bei der Sache, lässt dich nicht ablenken und kannst Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden. Immer wenn du in einer Phase höchster Kreativität bist, ist positiver Stress ebenfalls ein wichtiger Bestandteil davon. Denn Eustress als Motor einer ungeahnten Kreativität setzt Fähigkeiten in dir frei, von denen du vorher noch nicht mal geträumt hast. Positiver Stress kann also das bereits in dir vorhandene, jedoch verschüttete Potenzial voll zur Entfaltung bringen. Das ist nicht nur beim Vollbringen von Tätigkeiten von Bedeutung, sondern auch beim zwischenmenschlichen Umgang oder bei der Erlangung persönliche Ziele. Deshalb ist Eustress auch ein wichtiger Bestandteil bei der Persönlichkeitsentwicklung oder der Entfaltung deiner kreativen Anteile, welche bei vielen Menschen leider zeitlebens verschüttet bleiben.

Positiver Stress erhöht die Kreativität
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Nicht zuletzt hilft dir positiver Stress auch dabei im Leben genau zu erkennen, was dein Platz ist und was du eigentlich willst. Du solltest also, deiner wertvollen Lebenszeit zu Liebe, niemals dauerhaft in Situationen verharren, die dich runterziehen oder gar krank machen. Denn alles dies sind Anzeichen von negativem Stress. Positiver Stress hingegen erhöht vielfach deine Aufmerksamkeit. Er sorgt für mehr Lebensfreude auf allen Ebenen und erhöht deine Schaffenskraft. Eustress entfaltet immer auch deine persönliche Kreativität und verhilft dir zu einer optimalen Leistungsfähigkeit, ohne dass du davon krank wirst. Eustress steigert deine Motivation und beflügelt dich zu Höchstleistungen, ohne dass deine persönliche Kraft dabei nachlässt. Es gibt also viele gute Gründe, um ab sofort negativen Stress frühzeitig zu identifizieren, um dann, so gut es geht, Eustress dauerhaft in deinem Leben zu etablieren.

Wie ensteht Stress?

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Gestresster Geschäftsmann im Büro
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Von unseren Mitmenschen hören wir häufig, dass sie kaum Zeit haben, weil sie im Stress sind. Doch was verbirgt sich überhaupt hinter dieser Bezeichnung? Der Begriff ist äußerst unpräzise, da es zum einen um Stressoren geht. Zum anderen ist Stress eine körperliche Reaktion auf diese Stressoren. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung leidet unter Stress. Dabei geben bereits 57 Prozent der Menschen selbst an, dass sie oftmals gestresst sind. Fast jede fünfte Person leidet sogar dauerhaft an Stress. Wenn du dich dafür interessierst, warum Stress entstehen kann und was es in deinem Körper auslöst, solltest du nachfolgenden Beitrag weiterlesen.

Das sind die typischen Auslöser für Stress

Stress kann entstehen, wenn du ihn selbst verursachst. Er entwickelt sich aber ebenso durch äußere Einflüsse. Allerdings rufen nicht alle Stressauslöser bei jedem dieselben Stressreaktionen hervor. Hier findest du ein paar Beispiele, bei denen Stress entstehen kann.

  • Unerfüllte Wünsche
  • Perfektionismus
  • Zeitdruck
  • Termindruck
  • Leistungsdruck
  • Ärger
  • Lärm
  • Kälte oder Hitze
  • Krankheiten oder Verletzungen

Ob bei dir durch vorangegangene Beispiele Stress entstehen kann, hängt von deinem Geschlecht, Alter und deinen Erfahrungen ab. Spezielle Situationen entscheiden jedoch ebenfalls darüber, ob Stress entsteht. So kannst du in einem Augenblick einen Reiz als angenehm empfinden. Im nächsten Moment stufst du ihn allerdings negativ ein. Das passiert dir insbesondere dann, wenn du diesen Reiz zur falschen Zeit, zu ausgeprägt oder unvorhergesehen wahrnimmst. Ein Beispiel: Zunächst freust du dich auf deine bevorstehende Geburtstagsfeier. Im nächsten Augenblick wird dir jedoch bewusst, wie viel du dafür noch vorbereiten musst. Du hast die Befürchtung, dass du nicht alles rechtzeitig schaffen wirst. Insbesondere dann, wenn du bereits angespannt bist und viel um die Ohren hast. Hierbei kann aus einer eigentlich harmlosen Situation Stress entstehen.

Frau mit allen Organen, Stressverarbeitung im menschlichen Koerper
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Stress lässt sich niemals vollkommen vermeiden!

Für dich und zahlreiche andere Menschen wäre es natürlich perfekt, wenn gar kein Stress entstehen würde. Dies scheint jedoch insbesondere in der heutigen Zeit nahezu unmöglich. Du wirst es nicht schaffen, in deinem Leben ohne Stress auszukommen. Ob Stress krank macht, hängt davon ab, wie häufig und vielfältig er vorkommt. Die Dauer und Stärke entscheidet ebenfalls darüber, ob du stressbedingt erkranken wirst. Um deinen Stress zu bewerten, musst du die jeweilige Situation selbst beurteilen. Übersteigt Stress dabei deine eigenen Kräfte, empfindest du ihn als belastend. Wenn du allerdings davon ausgehst, dass du eine bestimmte Situation hervorragend meisterst, wertest du den Stress positiv. Er hilft dir dabei, eine Aufgabe zu bewältigen.

So reagiert dein Körper auf Stress

In der Regel sorgt Stress dafür, dich vor potenziellen Gefahren zu schützen. Dieses komplexe System war bereits damals äußerst sinnvoll, um auf Bedrohungen adäquat zu reagieren. Wenn Stress entstehen sollte, reagiert der Körper und stellt rasch Energiereserven zur Verfügung. Früher sind die Menschen deshalb erfolgreich geflüchtet oder konnten selbst geschickt jagen. Heute reagiert dein Körper auf die gleiche Weise. Der einzige Unterschied liegt in den Stressauslösern. Diese waren damals nämlich anders als heute. Weiterhin baust du den Stress nicht immer ausreichend mit körperlichen Aktivitäten ab. Was das für Folgen für deinen Körper haben kann, erfährst du hier.

  • Dein Herzschlag beschleunigt, damit mehr Sauerstoff transportiert werden kann.
  • Dein Atemrhythmus ist verkürzt, damit dir mehr Sauerstoff und dadurch zusätzliche Energie zur Verfügung steht.
  • Deine Zucker- und Fettreserven aktivieren sich, um Energie zu gewinnen.
  • Deine Muskelaktivität erhöht sich.
  • Deine Schweißdrüsen aktivieren sich, um deinen Körper zu kühlen.

Dies sorgt dafür, dass sich andere Körperfunktionen herabsetzen, um Energie zu sparen. Dein Verdauungsprozess ruht und deine Haut wird schlechter versorgt. Darüber hinaus sind deine Sexualorgane gehemmt. Vorangegangene Sofortreaktionen flachen ab, sobald deine Stressauslöser verschwinden. Wenn du deinem Körper ausreichend Ruhe zum Erholen zugestehst, ist er bald wieder im Normalzustand.

So fühlt sich Stress an

Stress bringt nicht nur körperliche Reaktionen mit sich. Wenn Stress entstehen sollte, wirst du zusätzliche Symptome wahrnehmen. Nachfolgend erfährst du, welche Verhaltensweisen sowie Empfindungen Anzeichen von Stress sind.

  • Du wirst nervös und empfindest innere Unruhe.
  • Du bist unzufrieden und ängstlich.
  • Du hast Angst, dich zu blamieren oder anderweitig zu versagen.
  • Du fühlst dich hilflos.
  • Du machst dir Selbstvorwürfe.
  • Du spürst eine innere Leere im Kopf.
  • Du hast mit Denkblockaden zu kämpfen.
  • Hektisches Verhalten (du verkürzt deine Pausen und isst schneller als sonst).
  • Du verhältst dich schädigend und betäubend dir selbst gegenüber (dein Alkoholkonsum steigt, du rauchst mehr, du greifst häufiger zu Medikamenten).
  • Dein Arbeitsverhalten ist deutlich unkoordinierter (deine Planung ist mangelhaft, verlegst Dinge oder vergisst sie).
  • Dein Umgang mit anderen Menschen ist konfliktreicher (du bist gereizt, fährst oft bei Kleinigkeiten aus der Haut).
Mann mit Stressattacke
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Wenn der Stress zum Dauerzustand wird

Stress kann entstehen, wenn du stets Sorgen oder Ängste hast, eventuell auch finanzielle Probleme. Dies kann rasch gefährlich werden, da die verstärkte Muskelaktivität in lang anhaltende Anspannungen übergeht. Dabei sind deine Muskeln ständig angespannt. Folglich wirst du dauerhafte Verkrampfungen wahrnehmen, die sich ebenfalls im Rücken bemerkbar machen. Schmerzen im Bereich des Nackens und den Schultern ist dabei erst der Anfang. Weitere Bereiche deines Körpers werden ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Deine Immunabwehr ist geschwächt und dein Herz-Kreislauf-System ist belastet. Wenn dieser Stress entstehen sollte, kannst du ebenso unter Schlaf- und Essstörungen leiden, nervös werden oder sogar an Depressionen erkranken.

So kannst du Stress behandeln

Eine bestimmte Behandlungsmethode gegen Stress gibt es nicht. Allerdings hast du Möglichkeiten zur Vorbeugung, damit Stress nicht entstehen kann. Wenn du jedoch bereits unter Stress leidest, kannst du ihn lediglich mit nachfolgenden Verhaltensweisen vermindern. Du solltest jedoch nicht allzu hohe Erwartungen haben, denn Stress kannst du nicht von heute auf morgen loswerden. Dies ist ein langer Prozess und benötigt ausreichend Zeit, damit du Erfolg hast.

  • Du kannst die Wahrnehmung von Stress gezielt steuern. Dabei bewertest du deinen negativen Stress lieber positiv oder neutral.
  • Du solltest deine Belastungen in der Familie, Beruf und Freizeit besser organisieren.
  • Stärke deine eigene Leistungskraft.
  • Sorge für Entspannung als Gegenpol zum Stress.

Jetzt den Stress neu bewerten

Ob du Stress als positiv oder negativ bewertest, ist in den meisten Fällen lediglich eine gedankliche Bewertung von dir. Das beste Beispiel ist Prüfungsstress. Die meisten Menschen gehen mit dem Gedanken an das Scheitern in eine Prüfung. Eine ideale Alternative dazu ist, dass du dir die Sorge vor der Prüfung eingestehst. Es ist völlig normal, dass du etwas nervös bist und feuchte Hände bekommst. Auch das flaue Gefühl im Magen oder das schneller schlagende Herz sind ganz typische körperliche Symptome deiner Stressreaktion. Du hast jedoch keinen objektiven Grund, dies als negativ oder belastend zu empfinden.

Wenn du also deinen Stress neu bewertest und dadurch negativen Stress vermeidest, hast du bessere Chancen auf eine erfolgreiche Prüfung. Gleichzeitig verringerst du damit die Gefahr, ernsthaft zu erkranken. Du erhältst eine völlig neue Lebensqualität.

Mach dich fit gegen Stress

Wenn du bereits merkst, dass Stress entstehen könnte, solltest du reagieren. Je leistungsfähiger du bist, desto besser kannst du gegen Stress vorgehen. Dabei spielt Bewegung eine enorm große Rolle. Bereits drei Mal die Woche 20 Minuten Sport machen, stärkt dein Herz-Kreislauf-System und Immunsystem nachhaltig. Dabei musst du nicht einmal Sportler werden. Es reicht, wenn du dein Auto öfter stehen lässt und deine Wege mit dem Fahrrad bestreitest. Benutze häufiger die Treppe als den Aufzug und gehe einfach mal zum Freund, anstatt mit ihm zu telefonieren.

frau bei pause erholt sich vom Stress
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Mit Entspannung gegen Stress

Bevor Stress entstehen kann, solltest du öfter eine Pause einlegen. Sei es eine Viertelstunde zwischendurch, die nur dir gehört. Diese Pausen könntest du für zusätzliche Entspannungstechniken nutzen. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, wenn du autogenes Training, Atemübungen oder Yoga in deinen Alltag einbringst. Du hast allerdings schon viel gewonnen, wenn du einfach häufiger deine Pausen genießt.